Palladiumpreis fällt um 2,5 Prozent: Iran-Sanktionen treiben den Dollar und bremsen Edelmetalle

Palladium verliert am Dienstag rund 2,5 Prozent und fällt auf 1.329,50 US-Dollar je Feinunze. Neue US-Sanktionen gegen Iran stärken den Dollar und lösen Gewinnmitnahmen bei Edelmetallen aus.

Eilmeldung

Der Palladiumpreis ist am Dienstag um rund 2,5 Prozent auf 1.329,50 US-Dollar je Feinunze gefallen und hat sich damit von seinem Ein-Wochen-Hoch aus der Vorwoche gelöst. Auslöser sind neue US-Sanktionen gegen Iran und dessen Handelspartner, die dem Dollar als sicherem Hafen Auftrieb gaben und Gewinnmitnahmen bei Edelmetallen auslösten.

Die wichtigsten Fakten:

  • Palladium: 1.329,50 USD/oz, Tagesverlust 34,00 USD bzw. -2,49 Prozent (25.8.2026)
  • Auslöser: Neue US-Sanktionen gegen Iran und Handelspartner stärken den Dollar als sicheren Hafen
  • Zusätzlicher Druck durch Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally, die vom US-Treasury-Rückkaufprogramm befeuert wurde
  • Platin gab im selben Umfeld moderater nach: -1,18 Prozent auf 1.868 USD/oz
  • Gold (-0,09 Prozent) und Silber (-0,68 Prozent) reagierten deutlich gelassener

Was ist passiert?

Nach einem Anstieg in Richtung eines Ein-Wochen-Hochs bei knapp 1.365 Dollar kam der Palladiumpreis am Dienstag deutlich unter Druck. Grund ist eine neue Sanktionsrunde der USA gegen Iran und dessen wichtigste Handelspartner, die am Markt für spürbare Nervosität sorgte. Anleger reagierten klassisch: Der US-Dollar legte als sicherer Hafen zu, was auf Dollar notierte Rohstoffe wie Palladium unmittelbar verteuert und damit weniger attraktiv macht. Parallel dazu nahmen viele Investoren nach dem jüngsten Kursanstieg über die gesamte Edelmetall-Palette hinweg Gewinne mit – jene Rally war zuvor von der Ankündigung des US-Finanzministeriums befeuert worden, in größerem Umfang langlaufende Staatsanleihen zurückzukaufen.

Warum reagiert ausgerechnet Palladium so stark?

Palladium gilt unter den vier großen Edelmetallen traditionell als besonders schwankungsanfällig, weil der Markt vergleichsweise klein und stark von wenigen Förderländern abhängig ist: Russland und Südafrika stehen zusammen für rund 70 bis 80 Prozent der Weltproduktion. Genau das erklärt auch, warum der Rückgang trotz der negativen Nachrichtenlage begrenzt blieb – anhaltende Sorgen um niedrigere russische Fördermengen und Produktionsstörungen bei der Raffination in Südafrika stützen den Preis strukturell. Zum Vergleich reagierte Platin, das denselben Angebotsengpässen unterliegt, mit einem moderateren Minus von 1,18 Prozent auf 1.868 Dollar je Feinunze, nachdem es erst am Freitag ein Elf-Wochen-Hoch erreicht hatte. Gold und Silber blieben von der Dollar-Stärke hingegen nahezu unberührt.

Wie geht es weiter?

Die Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die US-Inflationsdaten, die am Mittwoch veröffentlicht werden und weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern dürften. Ein schwächer als erwarteter Wert könnte dem Dollar erneut Auftrieb nehmen und Palladium sowie den anderen Edelmetallen kurzfristig wieder Unterstützung geben. Strukturell bleibt der Ausblick für Palladium angespannt: Das anhaltende Angebotsdefizit aus Russland und Südafrika trifft auf eine Nachfrage, die durch den fortschreitenden Trend zu Hybridfahrzeugen kurzfristig gestützt wird, während der langfristige Wandel hin zu Elektrofahrzeugen die Aussichten für die Autokatalysator-Nachfrage weiterhin belastet.

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Häufige Fragen

Warum fällt der Palladiumpreis, obwohl Gold kaum reagiert?

Palladium ist ein deutlich kleinerer und konzentrierterer Markt als Gold und reagiert daher empfindlicher auf Dollar-Bewegungen und Gewinnmitnahmen. Zudem hängt die Nachfrage stark an der Automobilindustrie, was Palladium anfälliger für kurzfristige Stimmungsschwankungen macht als das breiter gehandelte Gold.

Was bedeuten die Iran-Sanktionen für den Edelmetallmarkt?

Neue US-Sanktionen erhöhen kurzfristig die geopolitische Unsicherheit, was üblicherweise sichere Häfen wie den Dollar stärkt. Das kann dollarnotierte Edelmetalle wie Palladium und Platin belasten, auch wenn geopolitische Risiken langfristig eher für Edelmetalle als Absicherung sprechen.

Quellen: Trading Economics, JM Bullion, Kitco