Goldpreis springt auf 4.100 Dollar: Fed hält Zinsen, Iran-Eskalation treibt Nachfrage

Nach der Fed-Entscheidung vom 29. Juli und einer neuen Eskalation im Iran-Konflikt springt der Goldpreis um rund 2 Prozent auf knapp 4.100 US-Dollar je Feinunze.

Eilmeldung

Goldpreis springt auf 4.100 Dollar: Fed hält Zinsen, Iran-Eskalation treibt Nachfrage

Der Goldpreis ist am Donnerstag um rund 2 Prozent auf knapp 4.100 US-Dollar je Feinunze geklettert, nachdem die US-Notenbank am Vorabend die Leitzinsen zum fünften Mal in Folge unverändert gelassen hat und sich der Konflikt zwischen den USA und Iran erneut zuspitzt.

Die wichtigsten Fakten:

  • Goldpreis: rund 4.090-4.100 USD/oz, Tagesgewinn von etwa 2 Prozent
  • Fed-Leitzins unverändert bei 3,50-3,75 Prozent, FOMC-Abstimmung 9 zu 3
  • Drei FOMC-Mitglieder stimmten für eine Zinserhöhung – ungewöhnlich starkes Dissens-Signal
  • US-Streitkräfte griffen gemeinsam mit Saudi-Arabien Ziele nahe Iran im Irak an, Antwort auf über 30 Drohnenangriffe binnen 72 Stunden
  • Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen bei etwa 4,61 Prozent, Brent-Öl zuletzt +3 Prozent

Was ist passiert

Die US-Notenbank hat ihre Leitzinsspanne am Mittwochabend zum fünften Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen – an den Terminmärkten war laut CME-FedWatch-Tool ohnehin nur mit rund 29 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Erhöhung eingepreist. Bemerkenswerter als der Beschluss selbst war das Abstimmungsbild: Drei der zwölf FOMC-Mitglieder plädierten für eine Zinsanhebung, was auf wachsende Sorge vor hartnäckiger Inflation innerhalb des Gremiums hindeutet. Fed-Chef Kevin Warsh ergänzte, dass höhere Zinsen ein angemessener Schritt werden könnten, sollte sich die Teuerung nicht wie erhofft abschwächen. Der Markt wertete seinen Gesamtauftritt dennoch als tendenziell weniger restriktiv als befürchtet, was Gold zugutekam. Parallel dazu verschärfte sich der Konflikt zwischen den USA und Iran erneut: Nach einer mehrtägigen Kampfpause griffen US-Streitkräfte zusammen mit saudi-arabischen Einheiten Ziele nahe der iranischen Grenze im Irak an. Als Auslöser nannte das US-Militär mehr als 30 Drohnenangriffe der vergangenen 72 Stunden, die es den iranischen Revolutionsgarden zuschreibt.

Warum der Markt so reagiert

Für Gold als zinslosen Sachwert zählt vor allem die Erwartung künftiger Realzinsen. Solange die Fed die Tür für weitere Zinserhöhungen nicht energisch zuschlägt, bleibt das Umfeld für Gold tragfähig – selbst wenn einzelne FOMC-Stimmen eine restriktivere Linie fordern. Hinzu kommt die klassische Fluchtreaktion in geopolitisch angespannten Phasen: Die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und Iran, sichtbar auch am Anstieg der Ölpreise um rund 3 Prozent, treibt zusätzliche Nachfrage nach sicheren Häfen an. Die Kombination aus einer als moderat interpretierten Fed-Kommunikation und einem sich zuspitzenden Nahost-Konflikt erklärt, warum der Goldpreis binnen weniger Handelsstunden die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar deutlich hinter sich lässt und sich der 4.100-Dollar-Marke nähert.

Wie es weitergehen könnte

Charttechnisch gilt die Marke von 4.100 US-Dollar bzw. rund 3.600 Euro als nächster wichtiger Widerstand, dessen Überwinden nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter den kurzfristigen Trend weiter festigen würde. Die Unterstützung bei 4.000 Dollar wurde in den vergangenen Wochen bereits mehrfach erfolgreich verteidigt und bleibt die zentrale Absicherungslinie nach unten. Richtungsweisend dürfte nun vor allem sein, ob sich die Lage im Iran-Konflikt weiter zuspitzt oder ob es zu einer erneuten Deeskalation kommt – beides hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach abgewechselt und den Goldpreis entsprechend volatil gemacht. Auch die nächste Fed-Sitzung im September rückt bereits in den Fokus: Ob Warsh die Tür für eine Zinserhöhung dann tatsächlich zuzieht oder weiter offen lässt, dürfte die nächste größere Weichenstellung für den Goldpreis werden.

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Häufige Fragen

Warum steigt der Goldpreis, obwohl die Fed die Zinsen nicht gesenkt hat?

Entscheidend war nicht die Zinsentscheidung selbst, die weitgehend erwartet wurde, sondern die als moderat gewertete Kommunikation von Fed-Chef Kevin Warsh sowie die zeitgleiche Eskalation im Iran-Konflikt, die zusätzliche Nachfrage nach sicheren Häfen auslöste.

Ist die 4.000-Dollar-Marke bei Gold weiterhin wichtig?

Ja, Analysten sehen die Marke von 4.000 US-Dollar weiterhin als zentrale Unterstützung, die in den vergangenen Wochen mehrfach erfolgreich verteidigt wurde.

Was passiert bei der nächsten Fed-Sitzung im September?

Ob die Fed dann die Tür für eine Zinserhöhung endgültig zuzieht oder offen lässt, gilt als nächster wichtiger Impuls für den Goldpreis. Eine verlässliche Prognose ist derzeit nicht möglich.

Quellen: CNBC, Bloomberg, FX Leaders, Goldreporter. Keine Anlageberatung, nur Markteinordnung.