Goldpreis knackt 4.600-Dollar-Marke: Höchster Stand seit Mitte Mai

Der Goldpreis hat am Freitag die Marke von 4.600 US-Dollar überschritten – höchster Stand seit Mitte Mai. Auslöser: Das US-Finanzministerium verdoppelt sein Rückkaufprogramm für lang laufende Staatsanleihen.

Eilmeldung

Der Goldpreis hat am Freitag erstmals seit Mitte Mai wieder die Marke von 4.600 US-Dollar je Feinunze überschritten und damit nur einen Tag nach dem Sprung über 4.500 Dollar bereits die nächste runde Marke geknackt. Treiber bleibt die überraschende Ankündigung des US-Finanzministeriums, sein Rückkaufprogramm für lang laufende Staatsanleihen deutlich auszuweiten.

Die wichtigsten Fakten

  • Goldpreis: über 4.600 US-Dollar je Feinunze, Tageshoch bei rund 4.601 Dollar
  • Höchster Stand seit dem 15. Mai 2026
  • Wochengewinn: rund 5 Prozent, dritte Gewinnwoche in Folge
  • Auslöser: US-Finanzministerium verdoppelt Rückkaufprogramm für 10- bis 30-jährige Staatsanleihen
  • US-Staatsverschuldung erstmals über 40 Billionen Dollar

Was ist passiert

Der Goldpreis kletterte am Freitag im US-Handel zeitweise auf 4.601 US-Dollar je Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit dem 15. Mai 2026. Auf Wochensicht steht damit ein Plus von rund 5 Prozent zu Buche – die dritte Gewinnwoche in Folge, nachdem der Preis erst am Vortag die psychologisch wichtige 4.500-Dollar-Marke durchbrochen hatte. Auslöser der jüngsten Rally ist eine Entscheidung des US-Finanzministeriums vom Mittwoch: Es kündigte an, sein Rückkaufprogramm für 10- bis 30-jährige Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln, um einen Ausverkauf am langen Ende der Zinskurve zu stoppen. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen war zuvor bis nahe an ihr Mehrjahrzehnte-Hoch von etwa 5,3 Prozent geklettert, gab nach der Ankündigung aber um 8 bis 10 Basispunkte nach.

Warum der Markt so reagiert

Für Gold ist die Gemengelage aus zwei Richtungen günstig. Zum einen drücken die sinkenden Anleiherenditen die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall, was Anlegern den Umstieg erleichtert. Zum anderen wird die Rückkauf-Ankündigung von vielen Marktteilnehmern als Eingeständnis gelesen, dass die Finanzierungslast des Bundeshaushalts kaum noch tragbar ist: Die gesamte US-Staatsverschuldung hat in dieser Woche erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Diese Sorge um die fiskalische Nachhaltigkeit der USA treibt klassische Absicherungskäufe in Gold, während der US-Dollar-Index gleichzeitig nachgab und Gold für Käufer außerhalb der Dollar-Zone zusätzlich attraktiver machte.

Wie es weitergehen könnte

Kurzfristig dürfte der Markt genau beobachten, ob sich die Beruhigung am Anleihemarkt fortsetzt oder ob neue Sorgen um die US-Schuldentragfähigkeit aufkommen – beides würde Gold eher stützen als belasten. Analysten verweisen zudem auf die anhaltend hohe physische Nachfrage aus Zentralbanken als strukturellen Unterbauch der Rally. Ein Rücksetzer ist nach dem schnellen Anstieg der vergangenen Tage jederzeit möglich, insbesondere falls sich die Anleiherenditen wieder stabilisieren; die grundsätzliche fiskalpolitische Unsicherheit dürfte das Edelmetall aber vorerst weiter unterstützen.

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Häufige Fragen

Warum steigt der Goldpreis gerade so stark?

Der aktuelle Anstieg geht vor allem auf die Ankündigung des US-Finanzministeriums zurück, sein Rückkaufprogramm für lang laufende Staatsanleihen auszuweiten. Das drückte die Anleiherenditen und den Dollar, während Sorgen um die hohe US-Staatsverschuldung zusätzliche Absicherungskäufe in Gold auslösten.

Ist die 4.600-Dollar-Marke ein neues Rekordhoch?

Nein, es handelt sich um den höchsten Stand seit Mitte Mai 2026, nicht um ein absolutes Allzeithoch. Der Goldpreis bewegt sich damit aber deutlich über seinem Niveau vom Wochenbeginn.

Quellen: Bloomberg, CNBC, Kitco, USAGold, Trading Economics