Edelmetalle im Wochenauftakt: Gold und Silber leicht fester, Platin und Palladium seitwärts

Gold notiert am Montag rund 0,9 Prozent im Plus bei etwa 4.400 Dollar, Silber legt um 1,17 Prozent auf 65,46 Dollar zu. Platin und Palladium bewegen sich kaum. Ein schwächerer Dollar und sinkende Fed-Zinserwartungen stützen die Kurse.

Marktbericht

Edelmetalle starten verhalten positiv in die neue Woche: Gold notiert am Montag bei rund 4.400 US-Dollar je Feinunze und damit knapp 0,9 Prozent über dem Vorwochenschluss, Silber legt mit 65,46 Dollar sogar um 1,17 Prozent zu. Platin und Palladium bewegen sich dagegen kaum vom Fleck. Haupttreiber ist ein schwächerer US-Dollar, nachdem die Erwartungen an eine Fed-Zinserhöhung im September nach einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht weiter gesunken sind.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

  • Gold: rund 4.400 US-Dollar je Feinunze (+0,9 % ggü. Freitag)
  • Silber: 65,46 US-Dollar je Feinunze (+1,17 % ggü. Freitag)
  • Platin: rund 1.749 US-Dollar je Feinunze (+0,23 %)
  • Palladium: rund 1.338 US-Dollar je Feinunze (+0,46 %)
  • Gold-Silber-Ratio: 67,11 (Freitag: 67,65) – Silber gewinnt relativ leicht hinzu

Ruhiger Wochenauftakt nach volatiler Vorwoche

Nach den kräftigen Ausschlägen der vergangenen Handelswoche – Silber hatte am 12. August erstmals seit Juni wieder die Marke von 66 Dollar geknackt, Gold war zuvor bereits über 4.400 Dollar gesprungen – fällt der Handel zum Wochenstart deutlich ruhiger aus. Weder bei Gold noch bei Silber gibt es neue markante Marken zu vermelden, beide Metalle konsolidieren stattdessen auf erhöhtem Niveau. Das deutet darauf hin, dass die jüngste Rallye zunächst eine Verschnaufpause einlegt, ohne dass sich am grundsätzlich freundlichen Bild etwas ändert.

Auffällig ist die Entwicklung der Gold-Silber-Ratio: Sie ist von 67,65 auf 67,11 gesunken, Silber hat sich also relativ zu Gold leicht verteuert. Für Anleger, die das Verhältnis der beiden Metalle als Bewertungsindikator nutzen, bestätigt das den Trend der vergangenen Wochen, in denen Silber tendenziell etwas dynamischer als Gold gehandelt wurde.

Schwacher Dollar und sinkende Zins-Erwartungen als gemeinsamer Nenner

Der US-Dollar-Index notiert nahe einem Zweimonatstief, nachdem sich die Markterwartungen für eine weitere Fed-Zinserhöhung im September seit dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht der Vorwoche spürbar abgekühlt haben. Ein schwächerer Dollar macht die in der Leitwährung gehandelten Edelmetalle für Käufer außerhalb der USA günstiger und stützt damit tendenziell die Kurse. Hinzu kommt, dass die zuletzt hohe geopolitische Risikoprämie – etwa durch die Lage rund um die Straße von Hormuz – zwar nicht verschwunden, aber im Vergleich zu den Spitzenwerten der vergangenen Wochen etwas zurückgegangen ist. Das erklärt, warum Gold als klassischer sicherer Hafen aktuell moderater zulegt als Silber, das zusätzlich von seiner Industrienachfrage profitiert.

Platin und Palladium: stabil, aber ohne eigene Dynamik

Platin und Palladium bewegen sich beide nur im Rahmen üblicher Tagesschwankungen. Platin pendelt um die 1.749-Dollar-Marke und bleibt damit deutlich unter seinen Ende Juli erreichten Mehrjahreshochs, nachdem Analysehäuser zuletzt sehr unterschiedliche Kursziele ausgegeben hatten. Palladium hält sich knapp über 1.330 Dollar und bleibt in der Spanne gefangen, die seit den Diskussionen um Nornickel-Angebot und schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie etabliert ist. Für beide Industriemetalle fehlt aktuell ein eigenständiger Impuls – sie folgen im Wesentlichen der Dollar-Bewegung, ohne die Wucht der Gold- und Silber-Rallye der vergangenen Wochen zu teilen.

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Häufige Fragen

Warum steigt der Silberpreis aktuell stärker als der Goldpreis?

Silber profitiert neben seiner Rolle als sicherer Hafen zusätzlich von der Nachfrage aus der Industrie, etwa aus der Solar- und Elektronikbranche. Das kann in Phasen mit schwächerem Dollar zu einer relativ stärkeren Kursbewegung als bei Gold führen, was sich auch an der sinkenden Gold-Silber-Ratio ablesen lässt.

Was bedeutet die Gold-Silber-Ratio?

Die Ratio gibt an, wie viele Feinunzen Silber dem Wert einer Feinunze Gold entsprechen. Ein sinkender Wert bedeutet, dass sich Silber im Vergleich zu Gold verteuert, ein steigender Wert das Gegenteil. Viele Anleger nutzen die Kennzahl als groben Anhaltspunkt für die relative Bewertung beider Metalle.

Warum reagieren Platin und Palladium kaum auf die Dollar-Schwäche?

Platin und Palladium werden stärker von industriellen Angebots- und Nachfragefaktoren beeinflusst als Gold und Silber, etwa aus der Automobil- und Schmuckindustrie. Ohne neue Impulse aus diesen Bereichen bleibt die Kursreaktion auf reine Währungs- und Zinseffekte entsprechend gedämpft.

Quellen: FXStreet, CNBC, Kitco, TradingEconomics