Goldpreis durchbricht 4.500-Dollar-Marke: Dritter Wochengewinn in Folge
Der Goldpreis hat sich am Freitag über die psychologisch wichtige Marke von 4.500 US-Dollar je Feinunze geschoben und notiert bei rund 4.580 Dollar – ein Tagesplus von etwa 1,5 Prozent. Damit steuert Gold auf den dritten Wochengewinn in Folge zu und markiert den höchsten Stand seit Anfang Juni.
Die wichtigsten Fakten:
- Goldpreis aktuell: rund 4.580–4.590 US-Dollar je Feinunze
- Tagesplus: etwa +1,5 Prozent, Wochenplus: dritte Gewinnwoche in Folge
- Höchster Stand seit Anfang Juni 2026, Monatsplus rund +11 Prozent
- Auslöser: US-Finanzministerium verdoppelt Rückkäufe langlaufender Anleihen (10, 20, 30 Jahre)
- Rekordhoch von Januar 2026 (5.608 Dollar) bleibt vorerst außer Reichweite
Was ist passiert?
Auslöser der jüngsten Rally war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums vom vergangenen Mittwoch: Die Behörde will die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen mit Laufzeiten von 10, 20 und 30 Jahren mindestens verdoppeln, um die Finanzierungskosten des Staates zu begrenzen. Zuvor war die Rendite 30-jähriger US-Anleihen auf den höchsten Stand seit 2007 geklettert. Die Ankündigung ließ die Anleiherenditen und den Dollar deutlich fallen, Gold sprang daraufhin um mehr als vier Prozent. Auch als die Renditen am Donnerstag einen Teil des Rückgangs wieder aufholten, hielt Gold den Großteil seiner Gewinne – und kletterte am Freitag schließlich über die 4.500-Dollar-Marke.
Warum reagiert der Markt so stark?
Niedrigere Anleiherenditen verringern die Opportunitätskosten des Goldbesitzes: Wer Gold hält, verzichtet auf Zinserträge, die er mit Anleihen erzielen könnte – sinken die Renditen, wird dieser Verzicht weniger schmerzhaft, Gold wird relativ attraktiver. Hinzu kommt der schwächere Dollar: Für Käufer außerhalb der USA wird Gold dadurch günstiger, was die Nachfrage zusätzlich stützt. Ein weiterer Faktor sind steigende Ölpreise, da die USA nach eigenen Angaben umfassende neue Wirtschaftssanktionen gegen Iran vorbereiten – das schürt Inflationssorgen und damit die Nachfrage nach Gold als Absicherung. Schließlich bleibt die Nachfrage von Notenbanken hoch, allen voran aus China, das seine Goldreserven weiter aufstockt. Gemischte Signale kamen zuletzt aus dem Protokoll der Fed-Sitzung vom Juli, in dem sich einzelne Notenbanker offen für weitere Zinsschritte zeigten, um stärkeren Inflationsdruck zu verhindern – ein Faktor, der die Rally theoretisch bremsen könnte, bislang aber vom Renditerückgang überlagert wird.
Wie geht es weiter?
Ob sich die Rally fortsetzt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Entlastung an den Anleihemärkten von Dauer ist. Analysten äußern bereits Zweifel, ob die Rückkauf-Maßnahme des Finanzministeriums nur eine kurzfristige Lösung für die strukturell hohen Finanzierungskosten der USA darstellt. In der kommenden Woche stehen mit den ausführlichen FOMC-Sitzungsprotokollen, Industrieproduktionsdaten für Juli sowie vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für August mehrere Termine an, die für neue Kursbewegungen sorgen könnten. Aktuelle Prognosen sehen den Goldpreis im August in einer Spanne zwischen rund 3.580 und 4.650 Dollar, mittelfristig wird ein weiterer Anstieg in Richtung 4.790 Dollar auf Sicht von zwölf Monaten für möglich gehalten. Bis zum Rekordhoch von 5.608 Dollar aus dem Januar 2026 ist es allerdings noch ein gutes Stück.
Gold als Absicherung für das eigene Portfolio? In unserem Ratgeber Gold investieren und im Goldanbieter-Vergleich zeigen wir, worauf es bei Kauf und Lagerung ankommt.
Häufige Fragen
Warum steigt der Goldpreis gerade so stark?
Der Hauptauslöser ist die Ankündigung des US-Finanzministeriums, Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen zu verdoppeln. Das drückte die Anleiherenditen und den Dollar nach unten, was Gold als zinslosen Vermögenswert relativ attraktiver macht.
Ist die 4.500-Dollar-Marke ein neues Rekordhoch?
Nein. Das bisherige Rekordhoch liegt bei 5.608 US-Dollar je Feinunze und wurde im Januar 2026 erreicht. Aktuell notiert Gold beim höchsten Stand seit Anfang Juni 2026.
Wie wirkt sich ein schwächerer Dollar auf den Goldpreis aus?
Da Gold weltweit überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, macht ein schwächerer Dollar das Metall für Käufer mit anderen Währungen günstiger, was die Nachfrage tendenziell erhöht und den Dollarpreis stützt.
Quellen: Trading Economics, CNBC, FXStreet, Forbes
