Silberpreis knackt 66-Dollar-Marke: Höchster Stand seit Juni vor US-Inflationsdaten

Silber steigt am 12.08.2026 erstmals seit Juni über 66 Dollar je Feinunze (+3%). Auslöser ist die Erwartung schwächerer US-Inflationsdaten und mehr Fed-Zinssenkungsspielraum im September, gestützt von strukturellem Angebotsdefizit und Solarnachfrage.

Eilmeldung

Silber ist am Mittwoch erstmals seit Anfang Juni wieder über die Marke von 66 US-Dollar je Feinunze gestiegen – ein Plus von rund 3 Prozent gegenüber dem Dienstagsschluss bei 64,58 Dollar. Auslöser ist keine neue Eskalation, sondern die Erwartung schwächerer US-Inflationsdaten und damit mehr Zinssenkungsspielraum für die Fed im September.

Die wichtigsten Zahlen:

  • Silberpreis: ca. 66,26–66,56 US-Dollar je Feinunze (+2,5 bis +3,1 % zum Vortag)
  • Erstmals seit Anfang Juni wieder über der psychologisch wichtigen 66-Dollar-Marke
  • Goldpreis: ca. 4.390–4.419 US-Dollar (+0,4 bis +1,1 %) – deutlich moderater als Silber
  • Gold-Silber-Ratio: 66,3 (Dienstag: 67,6) – Silber schlägt Gold damit erneut
  • Auslöser: Positionierung vor den US-Inflationsdaten (Juli-VPI) und Hoffnung auf eine Fed-Zinssenkung im September

Was ist passiert

Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Woche, der Silber am Dienstag bereits nahe an die 66-Dollar-Marke herangeführt hatte, ist der Ausbruch nun vollzogen: Mehrere unabhängige Datenquellen bestätigten am Mittwochmorgen Kurse zwischen 66,26 und 66,56 Dollar je Feinunze – der höchste Stand seit Anfang Juni. Damit hat Silber seit dem 17. Juli nach verschiedenen Berechnungen über 20 Prozent zugelegt. Gold zog zwar ebenfalls an, blieb mit einem Plus von rund einem Prozent auf etwa 4.400 Dollar aber deutlich hinter dem Industriemetall zurück – die Gold-Silber-Ratio fiel entsprechend von 67,6 auf 66,3.

Warum reagiert der Markt so

Anders als bei der Gold-Rally vom Vortag, die vor allem auf eine neue Eskalation im Verhältnis zwischen Iran und den USA zurückging, steht diesmal die Geldpolitik im Mittelpunkt: Am Markt wird erwartet, dass die am Nachmittag erwarteten US-Verbraucherpreisdaten für Juli eine weiter abkühlende Kerninflation zeigen. Das würde der US-Notenbank Fed mehr Spielraum für eine Zinssenkung im September geben – niedrigere Zinsen verbilligen tendenziell das Halten von zinslosen Edelmetallen wie Silber und Gold. Hinzu kommen strukturelle Faktoren, die Silber schon seit Monaten stützen: Der Silbermarkt weist laut Marktbeobachtern das sechste Jahr in Folge ein Angebotsdefizit auf, während die Industrienachfrage – allen voran aus der chinesischen Solarindustrie – robust bleibt. Diese Kombination aus kurzfristigem Zins-Trigger und langfristigem Nachfrageüberhang erklärt, warum Silber zuletzt deutlich stärker reagiert als Gold.

Wie geht es weiter

Kurzfristig dürfte die Richtung der US-Inflationsdaten am Nachmittag den nächsten Kursimpuls liefern: Ein schwächer als erwarteter Wert würde die Zinssenkungshoffnung und damit vermutlich auch den Silberpreis weiter stützen, ein überraschend fester Wert könnte dagegen zu Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf der vergangenen Wochen führen. Mittelfristig bleibt die im September anstehende Fed-Sitzung der zentrale Termin. Die strukturellen Treiber – Angebotsdefizit und Industrienachfrage – dürften unabhängig vom Ausgang der Zinsdebatte bestehen bleiben und Silber tendenziell weiter stützen, auch wenn kurzfristige Rücksetzer nach einem derart schnellen Anstieg nicht auszuschließen sind.

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Häufige Fragen

Warum steigt Silber stärker als Gold?

Silber wird sowohl als Anlage- als auch als Industriemetall gehandelt. Neben der Zinserwartung wirkt aktuell ein strukturelles Angebotsdefizit sowie robuste Industrienachfrage – etwa aus der Solarbranche – zusätzlich preistreibend, was sich auch am sinkenden Gold-Silber-Ratio ablesen lässt.

Was bedeutet die Gold-Silber-Ratio?

Die Ratio gibt an, wie viele Unzen Silber dem Wert einer Unze Gold entsprechen. Ein fallender Wert – wie aktuell von 67,6 auf 66,3 – zeigt, dass Silber im Vergleich zu Gold an relativer Stärke gewinnt.

Ist ein Einstieg bei diesem Kursniveau noch sinnvoll?

Das hängt von individuellen Anlagezielen und der Risikobereitschaft ab. Nach einem derart schnellen Anstieg sind kurzfristige Rücksetzer möglich. Gold-Echo gibt keine individuelle Anlageberatung – ein Blick auf die eigene Anlagestrategie und ggf. eine Beratung sind vor einer Entscheidung sinnvoll.

Quellen: FXStreet, Yahoo Finance, wallstreetONLINE, Börse Express