Eilmeldung: Iran-USA-Waffenpause treibt Gold über 4.090 Dollar

Gold steigt um rund ein Prozent auf 4.091,82 Dollar je Feinunze, Silber und Platin legen noch stärker zu. Grund ist eine Kampfpause zwischen den USA und dem Iran über das Wochenende, die die Ölpreise um über 6 Prozent einbrechen ließ.

Eilmeldung

Der Goldpreis ist am Montag um rund ein Prozent auf 4.091,82 US-Dollar je Feinunze gestiegen und hat sich damit weiter von seinem Neun-Monats-Tief entfernt. Auslöser ist eine Kampfpause zwischen den USA und dem Iran über das Wochenende, die die Ölpreise um mehr als sechs Prozent einbrechen ließ und die Inflationssorgen der Anleger spürbar dämpfte. Silber und Platin legten sogar noch stärker zu.

Die Lage in Zahlen:

  • Gold: 4.091,82 US-Dollar je Feinunze, +0,98 % zum Vortag
  • Silber: 59,40 US-Dollar je Feinunze, +2,44 %
  • Platin: 1.632,30 US-Dollar je Feinunze, +2,08 %
  • Rohöl WTI: 84,97 US-Dollar je Barrel, -6,08 % · Brent: 92,17 US-Dollar, -6,31 %
  • Auslöser: De-facto-Kampfpause zwischen den USA und dem Iran seit Freitagabend

Was ist passiert?

Die USA haben ihre knapp zweiwöchige Angriffskampagne gegen Ziele im Iran seit Freitagabend offenbar ausgesetzt – eine offizielle Erklärung dazu gab es zunächst nicht. Teheran erklärte im Gegenzug, seine Vergeltungsschläge eingestellt zu haben, und signalisierte über Gespräche mit Oman Gesprächsbereitschaft zur Lage in der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte läuft. Nachdem sich die Lieferrisiken zuletzt sogar bis ins Rote Meer ausgeweitet hatten, wich der Ölpreis am Montag deutlich zurück. Genau diese Entspannung an der Ölfront war es, die den Edelmetallen neuen Auftrieb gab.

Warum reagieren die Märkte so stark?

Gold war in den vergangenen Wochen genau aus dem umgekehrten Grund unter Druck geraten: Steigende Ölpreise infolge der Nahost-Eskalation hatten die Inflationssorgen angeheizt und die Erwartung gestützt, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten oder sogar erneut anheben muss – schlecht für zinslos gehaltenes Gold. Allein in der vergangenen Woche hatte der Goldpreis an zwei Handelstagen um jeweils rund zwei Prozent nachgegeben, zeitweise bis auf rund 4.030 Dollar. Mit dem plötzlichen Rückgang der Ölpreise kehrt sich diese Logik nun um: Weniger Inflationsdruck durch die Energiekomponente nimmt dem Zinsargument gegen Gold etwas den Schwung. Dass Silber (+2,44 %) und Platin (+2,08 %) sogar stärker zulegten als Gold selbst, passt ins Bild einer breiten Erholungsbewegung bei Edelmetallen und Industriemetallen, die zuletzt besonders unter der Angst vor anhaltend hohen Zinsen gelitten hatten.

Wie geht es weiter?

Der Blick der Märkte richtet sich nun auf die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. Mehrheitlich wird erwartet, dass die Fed die Zinsen zunächst unverändert lässt und sich eine mögliche Anhebung erst für September vorbehält – einige Marktteilnehmer halten angesichts des zuletzt hartnäckigen Inflationsdrucks aber auch einen Schritt bereits in dieser Woche für möglich. Ob die Kampfpause zwischen den USA und dem Iran trägt, ist zudem alles andere als sicher: Ähnliche Deeskalationssignale gab es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach, ohne dass der Konflikt dauerhaft beigelegt wurde. Sollte die Waffenruhe brüchig werden oder die Ölpreise wieder anziehen, dürfte auch der Goldpreis rasch neue Unterstützung durch die klassische Sicherer-Hafen-Nachfrage erhalten. Die Marke von 4.100 Dollar bleibt kurzfristig die entscheidende Hürde nach oben.

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Häufige Fragen

Warum ist der Goldpreis heute gestiegen?

Eine Kampfpause zwischen den USA und dem Iran über das Wochenende ließ die Ölpreise stark fallen und dämpfte damit die Inflationssorgen der Anleger, was Gold, Silber und Platin stützte.

Ist die Erholung nachhaltig?

Das ist offen. Ähnliche Deeskalationssignale gab es in den vergangenen Monaten bereits mehrfach, ohne dass der Nahost-Konflikt dauerhaft beigelegt wurde. Die Fed-Sitzung am Mittwoch dürfte der nächste wichtige Impuls sein.

Quellen: Trading Economics, CNBC.